KLFR

Die Konferenz der Landesfrauenräte (KLFR) ist der Zusammenschluss der 16 Landesfrauenräte aller Bundesländer in Deutschland. Sie tagt einmal jährlich und hat ihren Sitz bei dem jeweiligen Landesfrauenrat, der den Vorsitz innehat.

Insgesamt vertritt die Konferenz der Landesfrauenräte die Interessen von ca. 14 Millionen Frauen in Deutschland und ist damit eine der größten Interessenvertretungen deutschlandweit. Also richtig viel Womenpower!

Ziel der Konferenz ist neben der Beratung und Beschlussfassung der Anträge ihrer Mitglieder vor allem die Bündelung der gemeinsamen Interessen, die Förderung der Zusammenarbeit und des Informationsaustausches sowie einer intensiven Netzwerkarbeit.

Der Fachtag in der Mitte der Konferenz findet jedes Jahr zu einem anderen aktuellen frauenpolitischen Thema statt. Meist treffen sich auch die jeweiligen Geschäftsführerinnen zu einem Austausch, sodass dieser mindestens einmal jährlich erfolgt, vernetzt und stärkt. Ziel ist es Synergieeffekte zu nutzen und gemeinsame Aktionen zu planen, sowie Terminüberschneidungen zu vermeiden.

Die letzte KLFR, ausgerichtet vom Landesfrauenrat Mecklenburg-Vorpommern e.V, fand vom 18. September bis 20. September 2020 in Rostock statt.

Konferenz der Landesfrauenräte 2020 in Rostock

Thema: Geschlechtergerecht aus der Krise

Forderungen im Bezug auf die Corona-Pandemie

  • eine geschlechtergerechte Verwendung aller öffentlicher Mittel
  • die paritätische Besetzung aller Beratungs- und Entscheidungsgremien
  • die Aufwertung unbezahlter Care- und Sorge Arbeit durch Partizipation
  • die Aufwertung bezahlter Care Arbeit durch Verbesserung der Arbeitsbedingungen und höhere Bezahlung
  • ein Konzept für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Krisenzeiten
  • Einrichtung ständiger, diverser, inklusiver Dialogforen zwischen Müttern und pflegenden Angehörigen aus allen sozialen Schichten, beruflichen Situationen und Stadtteilen mit den politischen Entscheidungsträger*innen
  • Erweiterung der kritischen Infrastruktur in Krisensituationen und Umsetzung der Istanbul-Konvention als krisensichere Struktur in kritischen Bereichen; z.B. Frauenhäuser
  • Geschlechtergerechte Gestaltung der Digitalisierungsprozesse

Den vollständigen Forderungskatalog im Bezug auf die Corona-Pandemie der KLFR finden Sie hier.

Forderungen im Bezug auf die Istanbul-Konvention

  • Verabschiedung eines nationalen Aktionsplanes gegen geschlechtsspezifische Gewalt mit einer umfassenden und koordinierten Gesamtstrategie zur Prävention, Intervention und Unterstützung von Betroffenen
  • Einrichtung einer Koordinierungsstelle im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Umsetzung der Istanbul-Konvention mit den notwendigen Personalressourcen; ebenso die Einrichtung von Koordinierungsstellen mit zusätzlichen Personalressourcen in den Ländern und in den Kommunen
  • Einrichtung von unabhängigen Monitoring-Stellen auf Bundes- und Landesebene
  • Rücknahme der Vorbehalte der Bundesrepublik zu Art. 59 Abs. 2/3 – Dieser Artikel soll gewährleisten, dass gewaltbetroffene Frauen im Fall der Auflösung von Ehe oder Partnerschaft einen eigenständigen Aufenthaltstitel erhalten, um sich so vor weiterer Gewalt zu schützen.
  • effektiver Schutz von gewaltbetroffenen Frauen durch die Strafverfolgungs- und Justizbehörden – Gewalt gegen Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung und eine Form der Diskriminierung. Dies findet in der deutschen Rechtsprechung jedoch kaum Berücksichtigung. Die Relevanz der Konvention für die Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz muss Amtsträger*innen näher gebracht werden, z.B. durch Weiterbildungen.
  • Angesichts der drohenden Austritte von Polen und der Türkei aus der Istanbul-Konvention muss die Umsetzung der Istanbul-Konvention innenpolitische und außenpolitische Aufgabe sein. Rechtspopulistische Regierungen schwächen Frauenrechte und greifen damit die Demokratie an!

Die vollständige Resolution der KLFR zur Istanbul-Konvention finden Sie hier.

Konferenz der Landesfrauenräte 2019 in Wiesbaden

Thema: Frauenbewegung 4.0 – was steht an?

BESCHLUSSÜBERSICHT

  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Weiterentwicklung von familien- und pflegepolitischen Instrumenten
  • Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, das der Digitalisierung und dem Einsatz künstlicher Intelligenz Rechnung trägt
  • Femizid als eigenständiger Straftatbestand einführen
  • Geburtshilfe muss als Grundversorgung der Bevölkerung wohnortnah zur Verfügung stehe
  • Bildungsfreistellungsgesetz für Sachsen und Bayern mit fünf Tagen bezahlter Freistellung pro Jahr für zertifizierte Bildungsmaßnahmen
  • #NoHatespeech – Strafgesetzgebung, Strafverfolgung und Prävention anpassen

Empfehlung

  • Zusammenarbeit mit der AfD in den Bundesländern nicht im Einklang mit dem Zweck und den Zielen der KLFR

Konferenz der Landesfrauenräte 2016

Thema: Arbeit geschlechtergerecht! – Wie wir die ganze Arbeit: Erwerbsarbeit, Hausarbeit, Sorgearbeit und Arbeit fürs Gemeinwesen geschlechtergerecht organisieren

BESCHLUSSÜBERSICHT

  • Gewaltschutzkonzepte zum Schutz geflüchteter Frauen im Bund und in den Ländern
  • Verbindliche Gendergleichstellungstrategie für die EU-Staaten Europäische Union muss Motor der Gleichstellungspolitik in Europa werden
  • Care Arbeit muss mehr wertgeschätzt und sichtbar gemacht werden
  • Geschlechtersensibilität im Wohnungsbau
  • Armutsfeste Renten für Frauen
  • Geschlechtergerechte Bewertung und Verteilung von Arbeit
  • Transatlantisches Freihandelsabkommen der EU mit den USA (Transatlantic Trade and Investment Partnership, TTIP) bzw. mit Kanada (Comprehensive Economic and Trade Agreement, CETA)
  • Gleichwertige Förderung der Lesben- und Schwulenarbeit
  • Aufnahmeantrag des Deutschen Frauenrates bzw. einer delegierten Vertretung zur Prüfung in der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK)
  • Berücksichtigung der Gleichstellung der Geschlechter im Integrationsgesetz sowie bei weiteren (Integrations-)Maßnahmen für Zugewanderte
  • Paradigmenwechsel der Reform des Sexualstrafrechtes
  • Staatliche Unterstützung zum Schutz von geflüchteten Frauen

Konferenz der Landesfrauenräte 2002 in Bremen

Thema: Wir Frauen in Europa